| 1-A : Lächerlicher Strafstoß kostet zwei Punkte – 1:1 zum Kehraus gegen Fehlheim |
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| Geschrieben von Heinz-Peter Kessler | |
| Sonntag, 29. November 2009 | |
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Von einer melancholischen Vorfreude auf die besinnlichen Tage war beim Schlusssignal des finalen Gruppenligaspiels in diesem Jahr nichts zu sehen geschweige denn zu hören. Der RSV Germania 03 hatte kurz zuvor im dritten Rückrundenmatch den dritten Sieg vor Augen, ehe der Unparteiische dem VfR Fehlheim mit einer fast schon skandalös zu beschreibenden Elfmeterentscheidung zum 1:1-Endstand verhalf und den schon für eine überraschende Vorweihnachtsfeier gerüsteten Grünen Steg in ein wütendes Tollhaus verwandelte.
Schiedsrichterbetreuer Tomas Vollmar hatte seine liebe Mühe, unter dem Donnerhall der verständlichen Beschwerdekanonaden einen sicheren Weg für den Referee in die Kabine zu ebnen. Was Herr Luft aus Wallau bei seinem Fingerzeig auf den ominösen Punkt in der 88. Minute dachte, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Was war geschehen? Christopher Bohland landete nach einem Zusammenstoß gemeinsam mit seinem Gegenspieler auf dem Hosenboden. Der germanische Junglibero bestätigte nach dem Abpfiff die Betrachtungsweise der objektiven Zuschauer, dass der VfR - Akteur von hinten auf ihn auflief, er ihn dadurch gar nicht sehen konnte und somit beide zu Fall kamen. Lag der Schiri schon bei der Situationsahnung pro Fehlheim daneben, steigerte die optische Wahrnehmung des geographischen Ortes der angeblichen Regelwidrigkeit den Tomatenalarm. Bis auf das neutrale Gespann war für jedes Augenpaar auf dem Sportplatz an der Ostendstraße (inklusive der Gästefans) klar ersichtlich, dass die Kollision mindestens einen halben Meter außerhalb des Sechzehners erfolgte. Aber der Unparteiische ließ sich nicht erweichen und verteidigte seine Meinung gegen die germanischen Proteste mit einem Ozean an gelben Karten. Der Vorhang für das Drama wurde allerdings noch längst nicht geschlossen. Marco John schoss den mehr als fragwürdigen Strafstoß zum Auftakt des dritten Aktes am Kasten vorbei. Doch in den Pfungstädter Reihen platzte die Hoffnung auf das Fingerspitzengefühls für eine ausgleichende Gerechtigkeit wie eine Seifenblase. Ein zu frühes Vordringen in den Strafraum veranlasste den Schiedsrichter zu einer Wiederholung. Diesmal zeigte Marco John trotz der gellenden Pfiffe keine Nerven und verwandelte den Ball im zweiten Versuch zum 1:1.
Der späte Ausgleich soll in diesem Bericht zwar nicht nur an der Leistung des Referees festgemacht werden, aber ein bitterer Beigeschmack haftete natürlich auf den germanischen Lippen. Ohne den dubiosen Elfmeter hätte der VfR wohl bis Heiligabend vergeblich das Glück im Torabschluss gesucht. Ausgehend von den Spielanteilen und den vorhandenen Chancen bestätigte der kecke Neuling aus dem Bensheimer Stadtteil jedoch durchaus das Remis. Vor allem in der ersten halben Stunde und in der Schlussphase bedrängte der Tabellenzweite den RSV – Kasten, doch der sich ein Sonderlob verdienende Youngster – Defensivblock um Chris Bohland, Marc Fähnrich, Emir Hasanovic und Dennis Schaffner rührte erfolgreich Beton an und räumte immer wieder effektiv auf. Und wenn doch einmal die Kugel den Weg durch die Abwehrreihen fand, war Keeper Michael Halt als ruhender Pol zwischen den Pfosten zur Stelle. Die blau-weißen Hausherren verzeichneten am Ende der ersten und zu Beginn der zweiten Halbzeit ihre stärkste Spielperiode. Mit der schönsten Kombination der gesamten Begegnung ging der Rasensportverein sieben Minuten vor dem Seitenwechsel in Führung. Ein eigentlich verunglückter Schuss von Dennis Böck landete bei Emir Hasanovic, der geistesgegenwärtig den besser postierten Dennis Bender bediente und dieser schob aus kurzer Entfernung zu seinem neunten Saisontreffer ein. In der Folge verpassten die Germanen allerdings die Erlösung in Form des zweiten Goals und sahen sich kurz vor Ultimo mit dem inzwischen bekannten Showdown konfrontiert, als Herr Luft noch einmal tief Luft holte und durch seine akustische Pfeifenbenutzung der aufopferungsvoll kämpfenden Mannschaft von Coach Aktan Ak das Happyend verwehrte.
Die dadurch verlorenen beiden Zähler hätten der Germania vor der langen Punktspielpause sicherlich gut zu Gesicht gestanden. Zwar wurde die siebte Gruppenligastelle als Überwinterungsplatz verteidigt, doch durch den „Aufstand der Kellerkinder“ (die Klubs unter dem Strich konnten allesamt zulegen) ist das Guthaben auf die Abstiegszone auf vier Punkte geschmolzen. Nichtsdestotrotz darf das Gruppenligateam mit breiter Brust in die fußballlose Zeit gehen. Sieben Zähler aus den drei Partien der zweiten Halbserie sind eine aussagekräftige Duftmarke und stimmen optimistisch für das Kalenderjahr 2010. Der Spielbetrieb wird am 7. März mit dem Match beim FSV Schneppenhausen fortgesetzt.
Aufstellungen Halt – Bohland – Hasanovic, , Fähnrich – Schaffner (89. Schmidt) Arslanparcasi, Güler, Zeidler – Almeida-Keth (73. Ruppert), Bender – Dennis Böck
Maas - John – Maus, Weber – Serdar (58. Kiesel), Daum, Wiecha, Kasikcier (73. Misseri), Afshar – Böhm (73. Koch), Schäfer
Tore 1:0 Bender 38. 1:1 John 88. "FE"
Schiedsrichter Luft, Wallau
Zuschauer 160
Gelbe Karten Halt, Fähnrich, Zeidler, Bender, Böck, Arslanparcasi, Bohland / Daum, Schäfer, Afshar
Besonderes: Rot für Almeida-Keth (RSV, 77.) auf der Ersatzbank (wurde kurz zuvor ausgewechselt
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