Wenige Stunden vor Beginn der langen Oscar-Nacht nominierten die Akademiemitglieder den  RSV Germania 03 lediglich für die Kategorie „Goldene Himbeere“. Im Kreisliga A – Match bei der TSG 46 Darmstadt lockte am Sonntag nicht siebenmal das Weib, sondern mit dem identischen Zahlwort der nervende Gegentor-Jingle.

 

Der rote Teppich bleibt ergo für den Rasensportein eine absolute Tabuzone. Das einzige, was fortan in den Farben der Liebe blinkt, ist die rote Laterne, denn das für jede Fußballelf lästige Utensil leuchtet ab sofort am Grünen Steg und symbolisiert in voller Pracht die höchste sportliche Alarmstufe. Nach dem Ergebnisdebakel am Woog (auf die in den letzten Jahren handelsübliche und damit stets drei Euro für das Phrasenschwein kostende Floskel des dortigen Badengehens wurde heuer aufgrund sinnvollen Investitionszwecken für eine leckere Paprikawurst am neuen kulinarischen Verkaufsstand der 46er verzichtet) rutscht der Klassenverbleibsglaube die steile Kellertreppe hinunter.

 

Vierzig Minuten durfte die überschaubare Gästeanhangsdiaspora einen Zuversichtsbonus ins Kalkül ziehen, ehe der heimische Favorit mit je einem Doppelschlag kurz vor und nach der Pause dem germanischen Flaggschiff selbst die Handbreit Wasser unter dem Kiel absaugte. Bis dato hatte der Underdog mit Glück und Geschick die weiße Weste verteidigt, auch weil Fortuna Pate stand und einen TSG-Handelfmeter an den rechten Pfosten statt ins Netz ablenkte (15.).

 

Die während der Startviertelstunde angebotene relative Paroli gehörte allerdings ab dem vergeigten Strafstoß der Vergangenheit an. Vor allem im Zweikampfverhalten respektive Eroberung der „zweiten Bälle“ konnten die Germanen fortan nicht mehr Schritt halten. Als weiterer Aspekt für die sich peu á peu steigernde Negativentwicklung gesellte sich die verletzungsbedingte Auswechslung von Danny Beck hinzu (Blessur am Steißbein). Der durch das frühe Ausscheiden des blau-weißen Frontstürmers verursachte Physisverlust übermittelte auf dem schmalen Kunstrasengeläuf endgültig alle körperlichen Vorteile an die 46er-Adresse und es kam, wie es kommen musste.

 

Zweimal klingelte es am Ende des ersten Abschnitts im Kasten von RSV-Keeper Tawfik Tammo Atie und die in der Halbzeit besprochenen Verbesserungspläne verpufften im Prolog des zweiten Durchgangs wegen einer neuerlich quittierten Doppelkanonade binnen weniger Minuten. In der Folge stand prinzipiell nur noch Schadensbegrenzung auf dem Dienstplan, was auch bis zur Schlussphasenouvertüre einigermaßen hinhaute, ehe drei finale Nadelstiche in unverblümter Prägnanz den Score mit einem aus der Vorrunde bestens bekannten Abfuhrbeigeschmack garnierten.     

 

Aufstellung: Tammo Atie, C. Azevedo, Meixner, Obanaamar, Kalai, Kaddouri (65. Vetter), Chamrikh, S. Neziraj, Sabbagh, Ali Ulusow (44. S. Aykir), Beck (30. Al Hadid)  

 

Tore: 1:0 Voglis 40. 2:0 Zukic 3:0, 4:0 Voglis 47., 51. 5:0 Kallfaß 74. 6:0 Maow 84. 7:0 Liese 89.

 

Gelbe Karten: Kalai, Ali Ulusow / Fluck, Voglis

 

Besonderes: Voglis (TSG) schießt Handelfmeter an den Pfosten 15.

 

Am kommenden Sonntag (19.03., Anstoß 15Uhr30) empfangen die Germanen einen ab 2006 zum Dauerrivalen geeichten sportlichen Antagonisten. Mit Ausnahme von fünf Spielzeiten kicken der Rasensportverein und FSV Schneppenhausen seitdem auf einem identischen Fußballlevel. In der Winterpause beäugten sich die alten Konkurrenten noch in schlagbarer Tuchfühlung (drei Punkte voneinander getrennt), doch nach zwei RSV-Pleiten in 2023 beträgt die Differenz zum FSV (erster Nichtabstiegsplatz) aktuell sechs Zähler. Angesichts dieser Konstellation ist es für das germanische Ensemble vielleicht schon die letzte Chance, den Hoffnungschalter für die Klassenerhaltswunderlampe noch einmal anzuknipsen.

 

Mit der Schneppenhäuser Mannschaft besucht auch „Mr. 492“ mal wieder seine langjährige Heimat. Genau so viele Male hütete Torsten Schambach zwischen 1991 und 2009 in Ligapartien das blau-weiße Gehäuse und glänzt deswegen als germanischer Rekordspieler. Bereits um 13Uhr prallen im Kreisliga C – Duell der RSV II und TSG Messel II zusammen. Hierbei visiert der Platzhirsch den dritten Sieg in Serie an. Der zweite „Dreier“ nach der Winterpause glückte dank einem 3:1 bei TuS Griesheim, wodurch die „1-B“ das Guthaben zum Abstiegsareal auf komfortable zehn Punkte ausbauen konnte.