Der erste Kreisliga A – Proviant seit Mai 2024 hielt sich in einem Verpflegungsstand auf der parallelen Straßenkerb versteckt. Ein von Pontius bis Pilatus auf Messers Schneide stehender Thriller gegen FC Ober-Ramstadt endete für den RSV Germania 2:3, weshalb die Score-Stagnation (Niederlagen-Quartett nach dem Wiederaufstieg) den Fußball-Alltag überschattet und vor dem „Kellergipfel“ der bis dato einzigen Teams ohne jeglichen Profit kommendes Wochenende bei SKG Ober-Beerbach die Sorgenfalten visuell in Erscheinung treten lässt.
Sieben auf einen Streich: Gemäß dem märchenhaften Gebrüder Grimm - Leitfaden für das tapfere Schneiderlein schenkte im Zweitabteilungs-Vorspiel der Rasensportverein seinem Herausforderer nicht nur sieben Tore ein (7:1), sondern feierte „nebenbei“ auf dem Kreisliga C – Parkett auch den siebten ununterbrochenen „Dreier“. Dank der erneuten Beglaubigung des aktuellen Never Ending – Höhenflugs mischt man das Ranking weiter auf und aalt sich genüsslich in der absoluten Spitzengruppe.
Im anschließenden A-Klassen – Vergleich der alten Rivalen wollte die „Erste“ den gordischen Knoten durchschlagen und wieder in die Erfolgsspur einbiegen. Just als auch die im Süden sesshaften Supporter eine Furt zum Überqueren der tosenden Eberstädter Straße fanden und gerade noch rechtzeitig am Grünen Steg eintrudelten, nährte Maurice Rippert sämtliche germanische Hoffnungen, indem er nach Vorarbeit von Max Meier per Flachschuss zum 1:0 einlochte.
Die frühe Führung, für deren Aufstockung einige Möglichkeiten liegen gelassen wurden, hielt bis zehn Sekunden vor dem Pausengong. Mit der finalen Aktion des ersten Abschnitts überwand Dilar Memeti mit seinem Abschluss Nikola Rehak aus rund zwanzig Metern Entfernung. Zwischen dem platziert ins Netz zischenden Ball und den Handschuhen vom umsonst Richtung Pfosten fliegenden RSV-Keeper hätte nicht einmal ein Blatt Papier gepasst.
Relativ rapide nach dem Re-Start begünstigte das Pendel wiederum den germanischen Kosmos. Max Meier vernaschte zunächst seinen Wächter, um danach Goalie Loris Jelen auszutanzen und die Kugel ins leere Gehäuse abzusenden. Das berühmte Momentum sprach nun klipp und klar für den Rasensportverein, aber die nächste Egalisierung (Paul Wolf lenkte eine Hereingabe höchst unglücklich ins eigene Gehäuse) plus eine kassierte Ampelkarte für Robert Botezatu tauschten das Kräfteverhältnis.
Ober-Ramstadt nutzte die Gunst der Stunde, als Egson Gashi in die zweite Etage hochstieg und seine Farben erstmals in Vorlage köpfte. Nun war der Gast am Drücker und verpasste mit Hilfe rettender Rehak-Reflexe plus verschwenderischer Chancenverwertung den germanischen Knockout. Zehn Minuten vor dem Kehraus hielt der Schiedsrichter auch FC-Protagonist Hasan Gözek den gelb-roten Karton unter die Nase, wodurch das personelle Gleichgewicht wieder gewährleistet war.
Selbstredend setzten die Germanen in der Schlussphase alles auf eine Karte und zwangen den FCO in Gedenken an Trainer-Globetrotter Rudi Gutendorf, um den Strafraum einen Zebra-Riegel aufzubauen. Allerdings vertrocknete das Mittel des „langen Hafers“ zu oft im Sechzehner. In der Extratime bot sich Marlon Velez Gomez trotzdem noch die Deluxe – Chance, um zumindest das erste Remis seit November 2024 einzutüten, aber ein blockierender Körper erstickte den Last Minute – Jubel im Keim.
Nuancen später segnete der Schiedsrichter die intensive Partie ab, woraufhin die heimischen Recken am 26. Todestag von Comic-Legende Rolf Kauka mit einer Mixtur aus Erschöpfung und Frust verständlicherweise fix und foxi zu Boden sanken. Die rote Laterne leuchtet nach dem fünften Spieltag weiter an der Ostendstraße...
Aufstellung: Rehak, Buth, Velez Gomez, Dommert, Botezatu, Kalai, Singh, Botezatu, Meier, Rippert (77. Hakimi), Köroglu
Tore: 1:0 Rippert 10. 1:1 Memeti 45. + 1 2:1 Meier 48. 2:2 Eigentor Wolf 58. 2:3 Gashi 68.
Besonderes: Gelb-Rot Botezatu (RSV) 69. & Gözek (FCO) 81.
Zeitgleich um 15Uhr werden am Sonntagnachmittag beide germanische Mannschaften in auswärtigen Gefilden auf Herz und Nieren geprüft. Während die „Zweite“ als Gast von TuS Griesheim den achten Kreisliga C – Sieg hintereinander ins Visier nimmt, steht im A-Klassen-Duell eine diametrale Tabellenarithmetik auf der Agenda.
Falls der wartende Hausherr SKG Ober-Beerbach beim Nachholtermin am Donnerstagabend gegen Messel nicht erstmals in dieser Saison etwas Zählbares einfährt, prallen im Ortsteil von Seeheim-Jugenheim die beiden einzigen punktlosen Mitglieder aufeinander. So oder so ordnet die Journaille von der regionalen Bildzeitung den „Souterrain-Kracher" als Wegweisermatch für den mittelfristigen Rundenverlauf ein.
