Der RSV Germania 03 trotzte am 20. Kreisliga B – Spieltag den „Iden des März“ und setzte seinen Erfolgslauf fort. Auf dem schwer bespielbaren Naturrasen des SKV Hähnlein boxte sich die Elf von Trainer Ben Talib souverän 5:1 durch und feierte den siebten „Dreier“ in Serie.
Im Kontrast zu Gajus Julius Cäsär, der auf den Tag genau 2070 Jahre zuvor alle Warnungen vor der märzlichen Monatsmitte in den Wind schoss und deshalb das Zeitliche segnen musste, spulte der Rasensportverein nach leichten Anfangsschwierigkeiten konzentriert sein Programm ab. Spätestens der nach zehn Minuten registrierte Wach-Rüttler, als die Hausherren einen Quickie-Konter fuhren und Leander Magins Schuss ans Aluminium klatschte, stählte das germanische Aufmerksamkeits-Volumen.
In der Folge übernahmen die Gäste vom Grünen Steg das Kommando und erwirtschafteten sich peu á peu ein Übergewicht inklusive vorzeigbaren Führungs-Chancen. U.a. streichelte ein abgefälschter Einschweißversuch von Markus Laston die Lattenoberkante. Gegen Ende der ersten Hälfte kurierte Max Meier seine „persönliche Ladehemmung“ vom zurückliegenden Match gegen SGA II und sorgte für klare Verhältnisse.
Zunächst vernaschte der mit Abstand effektivste Klassen-Goalgetter seinen Hüter und zirkulierte die Pille perfekt ins rechte Eck, ehe er einen an ihm selbst verursachten Foulelfmeter gewohnt abgezockt vollstreckte. Nach dem Wiederanpfiff verwandelte Meier den Doppelpack in einen Hattrick und köpfte nach einer Ecke von Marlon Velez Gomez nicht nur am langen Pfosten in den Knick, sondern stockte dadurch seine unglaubliche Saisonbilanz profitabel auf (jetzt 42 Buden).
Das seit ein paar Wochen vom einstigen Germanen David Veith (erzielte zwischen Sommer 2004 und Dezember 2005 22 Tore in 45 Gruppenliga-Begegnungen und war gemeinsam mit Ben Talib sowie Ex-Bundesligakicker David Wagner am damaligen Klassenerhalt-Wunder involviert) gecoachte Heimteam gab zwar nicht klein bei und markierte sogar den Anschluss, doch bereits der direkte Gegenangriff rückte die Kräfteverhältnisse wieder ins rechte Licht.
Für die Vor-Produktion des vierten RSV-Treffers verdiente sich Markus Laston eine hohe B-Note (akrobatischer „Boden-Fallrückzieher“). Daraufhin küsste die Kugel das Gebälk und trudelte vor die Füße von Mehmet Köroglu. Dieser schlüpfte kurzfristig in die Rolle von Marlon Brando und erhielt am 54. Jahrestag der US-Uraufführung des „Paten“ ein Angebot, das er nicht ausschlagen konnte: Nämlich den abstaubenden Transport des Balls ins verwaiste Gehäuse. Für Einlochung Nummer Fünf zeigte sich nur wenig später Justin Daum verantwortlich.
In der Schlussphase boten sich aufgrund des hüben wie drüben praktizierten offenen Visiers beiden Seiten viele Möglichkeiten, das Ergebnis zu kosmetisieren bzw. noch konkreter zu gestalten, aber die Torsteher demonstrierten ihr adäquates Paraden-Repertoire, so dass der 5:1-Score pro Germania im statistischen Grundbuchamt eingetragen wurde.
Während sich Hähnlein am 119. Wiegenfest von Zarah Leander mit einem Evergreen der schwedischen Kult-Sängerin trösten musste („Davon geht die Welt nicht unter“), festigte der Rasensportverein dank dem siebten hintereinander eingetüteten Sieg das anbahnende Monopol für die dritte Tabellenposition: Sieben Punkte Rückstand auf Rang Zwei und acht Zähler Guthaben auf Stufe Vier.
Aufstellung: Tammo Atie, Sabbagh (62. Al Hadid), Wolf (77. Morris), Kalai, Botezatu, Dommert, Daum, Velez Gomez (84. Tabtab), Meier, Köroglu (73. Rippert), Laston (86. Caruso)
Tore: 0:1, 0:2, 0:3 Meier 37., 44. FE, 54. 1:3 Kolbe 62. 1:4 Köröglu 64. 1:5 Daum 67.
Besonderes: Gelb-Rot Botezatu (RSV) 82.
Am kommenden Sonntag sollten sich die Mannschaften und Fans des Rasensportvereins einigermaßen vom überdimensionalen blau-weißen Zweitliga-Knaller des Vorabends erholt haben, um sich im trauten Heim an der Ostendstraße den eigenen Aufgaben fokussiert zu widmen. Ob der Auflauf-Genuss vor eigenem Publikum auch für „Glück allein“ ausreicht, wird man sehen.
Die „Zweite“ erhält nach einer akzeptablen 1:3-Niederlage beim Klassenprimus SKG Bickenbach II Besuch vom Müllersteich und empfängt ab 13Uhr DJK/SSG Darmstadt. Unmittelbar danach (Anstoß 15Uhr) prüft die „Erste“ das gewachsene Leistungspotenzial des TSV Braunshardt. Der Gast aus dem Weiterstädter Stadtteil lockerte nach einem kompletten Fehlstart (Sieglos-Serie zu Saisonbeginn, darunter das 2:3 im Hinspiel gegen die Germania) am Hinrunden-Kehraus die Schlinge um den Hals und kämpfte sich ins sogenannte Tabellenmittelfeld vor.
