Seit dem legendären 31. Mai 2026 sind zehn Wochen ins Land gezogen. So lange mussten sowohl der RSV Germania 03 als auch der FSV Schneppenhausen im Vorbereitungsalltag den Geduldsfaden spinnen. Sofern „Tante Sahara“ nicht erneut ein hitziges Veto einlegt, dürfen die geeichten Weggefährten des 21. Jahrhunderts am kommenden Sonntag endlich das Sommerloch – Wartezimmer verlassen und starten im internen Duell ihre Comeback-Saison auf der Kreisliga A – Plattform.
Nach einem schweißtreibenden Test-Marathon (vier Siege, ein Remis sowie vier Niederlagen gegen höherklassige Herausforderer) mussten die Mannen von Trainer Ben Talib während den vergangenen zwei Wochen auf ihre abschließenden beiden Generalproben verzichten. Sowohl der Kick bei TSG Weinheim II als auch die Generalprobe gegen SSV Raunheim (wurde genau wie die Kreisliga C – Aufgabe der „Zweiten“ beim TSV Nieder-Ramstadt wegen den befürchteten tropischen Temperaturen im Vorfeld vom Verband abgesagt) fielen flach.
Somit gilt die volle Konzentration dem Pflichtspiel-Prolog. Der Spielplan-Gestalter wollte es so, dass sich beide Aufsteiger gleich zur Ouvertüre der Session 26/27 im besser situierten Stockwerk wiedersehen, wobei sich der gastgebende Vizemeister beim anreisenden Champion (jeweilige „Titel“ bezogen auf die zurückliegende B-Liga-Runde) während dem Begrüßungszeremoniell noch einmal persönlich bedanken kann.
Ungeachtet des eigenen Sensation-Laufes (unfassbarer Vereinsrekord von insgesamt siebzehn Punktspiel-Siegen hintereinander) wäre eine germanische Beförderung zum Showdown am 31. Mai nicht realisierbar gewesen, wenn der bereits als Aufsteiger deklarierte FSV im Gipfeltreffen beim SV St. Stephan II die Zügel hätte schleifen lassen. Doch gemäß dem kaiserlichen Ohrwurm-Motto „Gute Freunde kann niemand trennen“ setzte sich Schneppenhausen im Griesheimer Stadtteil 2:0 durch und perfektionierte das umjubelte Happyend des Rasensportvereins nach seinem parallel geleisteten Eigenbedarf (9:0-Schützenfest in Erzhausen gegen Türk Gücü Darmstadt II).
Somit wurden der FSV nach drei respektive der RSV nach zwei Jahren Verbannung ins B-Liga – Exil gemeinsam begnadigt und schmücken mit ihrem bereits 27. Rendezvous seit der Premiere 2006 den Einstiegsspieltag der Kreisliga A. Dass sich diese Liaison bis zum ersten Meeting so lange schüchtern im Schlupfloch versteckte, muss sich auch FSV-Tausendsassa Torsten Schambach „ankreiden“. Zwischen 1991 und 2009 hütete die ewige No. 1 mit kurzer Unterbrechung 492mal (!!) den germanischen Punktspiel-Kasten und verteidigte durch seine Paraden den mehrere Dekaden geltenden höherklassigen Status des blau-weißen Traditionsklubs.
Seitdem wirbelt der RSV-Rekordspieler hinter den Kulissen in Schneppenhausen und sorgt im Duett mit seinem Kumpel Alex Klaus für eine funktionierende Infrastruktur. Am Sonntag kann Schambach aufgrund seiner in „Pungscht“ episch verdienten Sporen natürlich wieder die FSV-Delegation anführen und sie zwischen den einstigen Party-Bannmeilen Sauna, Platzwarthäuschen und Empore Richtung Kabine lotsen.
Schneppenhausen hat sich mit einigen Urenkeln von Pelé und Garrincha verstärkt, weshalb am Sonntag praktisch eine „halbe Selecao“ die Germania zum Samba rings um den Ball auffordert. So oder so erwartet die Elf von Ben Talib zur hüben wie drüben zelebrierten Kreisliga A – Renaissance einen sportlich extrem dicken Brocken. Der Anpfiff am Grünen Steg ertönt um 15Uhr.
Zu diesem Zeitpunkt hat die zweite Mannschaft bereits ihre Pflicht erledigt. Nach dem ausgefallenen Match in Nieder-Ramstadt und der Hürde gegen den abgestürzten Ex-Hessenligisten FCA Darmstadt (Dienstag, 11.08., Anstoß 19Uhr30 an der Ostendstraße) eröffnet die „Reserve“ um 13Uhr mit dem offiziell bereits 4. Kreisliga C – Spieltag gegen SKV Hähnlein den ersten germanischen Doppelheimspieltag der Saison.
