Grün ist die Farbe der Hoffnung: Nach dem erfolgreichen Warm-up vom Donnerstagabend (5:3 im Kreispokal über den FC Ober-Ramstadt) mündete auch das dritte saisonale Liga-Heimspiel endlich im grünen Bereich. Gegen Grün-Weiß Darmstadt präsentierte sich der RSV Germania 03 keineswegs grün hinter den Ohren und signalisierte dank einem 4:1-Sieg grünes Licht für die Flucht aus dem Tabellenkeller.
Am Grünen Steg grünte es zwar nicht so grün wie im Musical „My fair Lady“ und nach dem Abpfiff musste man die Attraktivität des Souterrain-Duells auch nicht über den grünen Klee loben, aber der erste Heim-Dreier seit dem Wiederaufstieg in die Kreisliga A war allemal hochverdient und primär überaus wertvoll, was der Klassement-Sprung von Position Zwölf auf eine einstellige Sprosse (Neunter) fett unterstreicht.
Ohne Mittelfeld-Abräumer Patrick Dommert (verletzt) und Standard-Strippenzieher Marlon Velez Gomez (gesperrt) hatte der Hausherr lange Probleme, um seine Kreativität rentabel umzumünzen. Glücklicherweise kam dem Rasensportverein zupass, dass die engagierten, aber offensiv biederen „Grünen“ quasi null Torgefahr ausstrahlten.
Die Erhöhung der germanischen Schlagzahl nach rund einer halben Stunde machte sich im Anstieg der eigenen Chancen bemerkbar. Nicklas Buth (Freistoß-Granate ans Lattenkreuz) und Mehmet Köroglu (Abschluss hauchzart am Kasten vorbei) haderten noch mit Glücksgöttin Fortuna, ehe Alison Spahiu die Sportart verwechselte und Köroglu im Sechzehner unsanft in die Liegestellung hievte. Den fälligen Strafstoß verwandelte Goalgetter Max Meier souverän zur Halbzeit-Führung.
Eine schnelle Vorentscheidung zu Beginn der zweiten Hälfte verplemperte das Sturm-Duo Maier / Köroglu nach dem Motto „Nimm du ihn, ich hab ihn sicher“. Diese Slapstick-Nummer blieb ohne Folgen, weil Köröglu nach einem sensationellen „No Look“ – Pass von Buth und Robert Botezatu dank abfälschender Hilfe den Score auf 3:0 schraubten.
Zwar nahm im Gegenstoß Oualil Kalai durch eine Defensiv-Burleske den Anschlusstreffer auf seine Kappe, aber weitere Geschenke wurden nicht verteilt, weshalb die Gäste aus der Waldkolonie 63 Jahre nach der Rücktrittserklärung von Bundeskanzler Konrad Adenauer aufgrund der harmlos vorexerzierten Angriffe ihren Anspruch auf punktuellen Zugewinn demissionieren mussten.
Während der holprigen Schlussphase peppte Köroglu noch seine Scorer-Bilanz auf und bediente maßgerecht Maik Kaudel. Der eingewechselte Joker musste die Pille lediglich über die verwaiste Linie drücken und feierte sein Einloch-Debüt im germanischen Dress.
Die Germanen pulverisierten analog der Festivität zum 97. Geburtstag von Piroschka in „Hódmezővásárhelykutasipuszta“ den Herausforderer und erfüllten ihre Kernkompetenz (Verdoppelung des saisonalen Punkte-Kontos auf jetzt sechs Zähler). Das wertvolle Kleinod wurde im Anschluss allerdings nicht am Stammtisch des Wirtshaus im Spessart, sondern am Grünen Steg begossen.
Den optimalen Heimspieltagnachmittag komplettierte im „Vorspiel“ die Kreisliga C-Auswahl und verteidigte durch Installation des Stoppschild für ihre Mini-Ergebnisdurststrecke (3:2 gegen RW Darmstadt III) den dritten Ranking-Platz.
Aufstellung: Rehak, Wolf, Buth (72. Singh), Hemppel, Morris, Kalai, Sabbagh, Botezatu (78. Caruso), Meier, Rippert (86. Kaudel), Köroglu
Tore: 1:0 Meier 36. FE 2:0 Köroglu 57. 3:0 Botezazu 62. 3:1 Elbert 63. 4:1 Kaudel 88.
Am Sonntag checken rund dreißig Spieler beider Teams des Rasensportvereins am Airport des Grünen Stegs ein, um per gemieteter Chartermaschine gemeinsam in den nördlichsten Darmstädter Stadtteil zu fliegen. Weil der sportliche Schwierigkeitsgrad hier wie da nicht von schlechten Eltern ist, sollte vor den Anpfiffen auf dem TSG Wixhausen - Kickgelände (13Uhr „Zweite“ und 15Uhr „Erste“) der Jetlag unbedingt kompensiert werden.
Beim Kreisliga A – Duell als Gast des seit acht Runden ungeschlagenen Tabellenzweiten gibt es auf den Trainer-Bänken ein sicherlich herzliches Wiedersehen zweier germanischer Veteranen, die in der ab 1983 erfassten Aktiven-Statistik auf den Plätzen Drei (Ben Talib, RSV) bzw. Sieben (Aydin Kurt, TSG) rangieren und zwischen 1996 und 2001 Seite an Seite für schweißtreibende Verbandsliga-Punkte im blau-weißen Trikot malochten.
