Auch nach durchwachsenen Arbeitssiegen wird ein Beute-Optimum von drei Punkten auf das Konto transferiert. Davon konnten sich am 21. Kreisliga B – Spieltag die Zuschauer am Grünen Steg überzeugen, als der Schiedsrichter mit seinem Abpfiff das für den RSV Germania 03 ungewöhnliche 1:0-Endresultat gegen TSV Braunshardt absegnete.

 

Wer reichlich Treffer bestaunen wollte, musste diesmal mit dem C – Klassen – „Vorspiel“ vorlieb nehmen, wo die „Zweite“ ihren Gast DJK/SSG Darmstadt dank eines 3:1-Vorsprungs am Rande einer Niederlage wähnte und in der Nachspielzeit doch noch den ärgerlichen 3:3-Ausgleich kassierte. 

 

Unmittelbar danach kristallisierte sich schnell heraus, dass der „Ersten“ Sieg Nummer Acht in Serie keineswegs auf dem Silbertablett serviert wird. Der TSV Braunshardt machte mit der netten Empfehlung von fünf „Dreiern“ aus den jüngsten sechs Partien Station am Grünen Steg und war im Duell zweier aktuell vom sportlichen Höhenflug gestreichelten Teams vom Start weg fokussiert, seinem Positivlauf die nächste Duftmarke hinzuzufügen. 

 

Stammkeeper Nikola Rehak, der nach zwei verletzungsbedingten Match-Pausen wieder den Kasten hütete, musste auf der Torlinie zweimal “Va banque” spielen, um dem Einlochen von TSV-Stürmer Amin Elmorabit einen Riegel vorzuschieben. Im entgegen gesetzten Sechzehner fehlte der RSV-Offensive für eine eigene Vorleistung zunächst die finale Konsequenz. 

 

Es dauerte bis zur 40. Minute, ehe Markus Laston den Bann brach und nach einer Ecke von Marlon Velez Gomez den Ball mit seiner “Kojak – Hautmütze” ins Netz köpfte. Im zweiten Abschnitt eruierte die Elf von Coach Ben Talib sämtliche Vorentscheidungs-Varianten, doch der gewünschte Effekt hielt sich trotz profanen Tribünen-Ratschlägen des ehemaligen FTG-Chefkassierers sowie vom samt seinen Eschollbrücker Kompagnons während der Halbzeit von Ober-Beerbach an die Ostendstraßen-Tränke geeilten weißen Brasilianers im Verborgenen. 

 

Glücklicherweise wurde das Kick-Ensemble aus Braunshardt an diesem Nachmittag ebenfalls nicht als Erfinder des konstruktiven Abschlusses auserkoren, so dass der Platzhirsch ohne Schaden das knappe Guthaben über die Runden schaukeln konnte. Das akustische Feierabend-Signal erlöste schließlich auch den emotionalen RSV-Übungsleiter, der am 196. Todestag von Johann Wolfgang von Goethe im Schlussphasen-Verlauf des öfteren die “Faust” ballen musste bzw. die Leiden des jungen W. mimte.

 

Der achte Sieg hintereinander erhält sicherlich keine Nominierung für die “Hall of Fame”, dafür aber der 1:0-Score für die germanische Raritäten-Registratur. In diesem schmalen Ergebnisformat gab es letztmals im Spätherbst 2018 eine komplette Beute zu bewundern (1:0 im “Debüt-Länderspiel” bei Kamerun Darmstadt).

 

Aufstellung: Rehak, Sabbagh (46. Rippert), Wolf, Kalai, Dommert, Daum, Velez Gomez, Caruso (65. Tabtab) Meier, Köroglu (72. Al Hadid), Laston

Tor: Laston 40.

 

Am kommenden Sonntag hat die „Erste“ bereits Feierabend, wenn die „Zweite“ ab 15 Uhr im Derby beim VfR Eberstadt aufläuft. Der Anstoß des Kreisliga B – Duells beim SV Erzhausen II ertönt bereits eine halbe Stunde nach High Noon um 12Uhr30. Aufgrund der dort zuletzt quittierten Resultate könnte das an sich schmucke Sportgelände den germanischen Allesfahrern einen Schauer über den Rücken jagen. Egal ob der eigentliche Hausherr oder Co-Gastgeber Türk Gücü Darmstadt: Die jüngsten vier Dienstausflüge gen Erzhausen mündeten im Ergebnis-Desaster: 2:7, 1:10, 0:15, 1:16. Es ist also allerhöchste Eisenbahn, den Bock an der Heinrichstraße umzustoßen.