Das Führungstrio hat am Donnerstagabend zur Kreisliga B – Vorschlussausgabe seine Hausaufgaben erledigt. Während Spitzenreiter FSV Schneppenhausen bereits im gesicherten Hafen der A-Klasse den Aufstiegsanker werfen konnte (herzlichen Glückwunsch hierfür), verteidigte der zweitplatzierte SV St. Stephan II seinen Zweipunktevorsprung auf den RSV Germania 03. Für den Erhalt eines theoretischen Überholmanövers beim Grande Finale am 31. Mai stockte der Rückrunden – Dominant vom Grünen Steg im letzten Heimspiel den Vereinsrekord ein weiteres Mal auf und bilanziert nach dem 3:0 gegen Sturm Darmstadt sechzehn Siege am Stück. 

 

Konträr zur wochenlangen Kaugummi-Nominierung des WM-Kaders von Julian Nagelsmann redete Ben Talib nicht um den heißen Brei herum und publizierte seine Startformation ohne ausweichenden Winkelzug. Zwangsbedingt musste der Coach seine Erfolgs-Elf auf zwei Positionen umjustieren: Oualil Kalai verpasst wegen einer Schulterfraktur die Saison-Neige (an dieser Stelle natürliche gute Besserung) und Marlon Velez Gomez war privat verhindert.

 

Trotzdem unterstrichen die Platzhirsche in der ersten Viertelstunde eindrucksvoll, dass das Datum 21. Mai blau-weißen Kultvereinen traditionell als glücksbringender Talisman dient. Auf den Tag genau fünfzehn Jahre nach dem bahnbrechenden 2:1 des SV Darmstadt 98 in Worms und 29 Jahre nach dem UEFA-Cup - Triumph der Schalker Eurofighter im Mailänder Stadtteil San Siro benötigten die Germanen keinen Umweg über Brügge sowieso zur Steigerung der Sieges-Show.

 

Bereits nach vier Umdrehungen des Minutenzeigers schickte Max Meier mehrere Statisten des FC Sturm so lange in den Irrgarten, bis Ilja Homm orientierungslos das Leder in die eigenen Maschen stolperte. Dem 2:0 ging eine exzellente und uneigennützige Vorarbeit von Mehmet Köröglu voraus, die Markus Laston prinzipiell nur noch über die Linie bugsieren musste.

 

Als der Pfosten nach einem gut situierten Schuss von Meier dem dritten Einschlag im Wege stand, kam es zu einem kleinen Bruch im Hausherrengefüge. Vor allem das plötzlich viel zu leichtsinnige Defensiv-Gebaren lockte die Gäste zunehmend Richtung germanischer Sechzehner, aber die offensive Harmlosigkeit und der aufmerksame Keeper Nikola Rehak verhinderten eine unliebsame Überraschung.

 

Nach einem kapitalen Abwehrbock der gegnerischen Abwehr sorgte Mehmet Köröglu durch eine brachiale Vollstreckung für die zeitige Entscheidung. Im restlichen Verlauf plätscherte die Partie mehr oder weniger vor sich hin und ein Teil der Zuschauer widmete sich dem Informationsdienst von den Konkurrenz-Tatorten, wobei die Fußball-Romantiker den Veränderungszahn der Zeit spürten bzw. beobachten konnten. 

 

Statt wie einst im 1970er-Mai der legendären WDR-Konferenz von Manni Breuckmann, Werner Hansch, Kurt Brumme und Jochen Hageleit mit einem Ohr am überdimensionalen Transistorradio zu lauschen, richten die Fans heutzutage den Blick auf das Handy, um den Live-Ticker zu verfolgen. Aber egal ob antiquiert akustisch oder fortschrittlich optisch: Der Wissensdurst wurde gestillt.

 

Auf der saftigen Kunstrasenwiese änderte sich ohne weitere nennenswerte Highlights nichts mehr am hochverdienten 3:0-Score. Das statistische Ressort addierte ergo hinsichtlich der neuen Bestmarke an hintereinander errungenen “Dreiern“ Fünfzehn plus Eins und registrierte, dass die Summe dieser nicht allzu komplizierten Rechenaufgabe bereits 1958 vom Rock’n’-Roll - Pionier Chuck Berry in orakelnder Voraussicht vertont wurde: „Sweet little Sixteen“.

 

Aufstellung: Rehak, Sabbagh, Buth, Wolf, Morris, Botezatu, Merzak (55. Dommert), Meier, Köroglu (81. Al Hadid), Rippert (58. Caruso), Laston (55. Ibo) 

Tore: 1:0 Eigentor Homm 4. 2:0 Laston 13. 3:0 Köroglu 57. 

 

Am übernächsten Sonntag (31.05.) schließt sich in den Amateurklassen der Saisonkreis. Die „Zweite“ des Rasensportvereins überquert nach dem positiv gestalteten letzten Heimspiel (4:2 am Dienstagabend gegen Schlusslicht TSG Messel II) für die Anreise lediglich einmal den lokalen Autobahnbuckel und gibt sich im Derby-Duell um die „Goldene Ananas“ ab 13Uhr beim benachbarten SV Hahn II die Ehre. 

 

Zum gleichen Anstoßzeitpunkt muss derweil die „Erste“ zum Kreisliga B - Feierabendausflug über zwanzig Kilometer mehr an einfacher Wegstrecke in Kauf nehmen. Als Gast von Türk Gücü Darmstadt II an der Erzhäuser Heinrichstraße und in St. Stephan entscheidet es sich, wer neben dem bereits als Aufsteiger gekürten FSV Schneppenhausen ab nächster Saison eine Etage höher gegen den Ball tritt.

 

Die germanischen Chancen auf eine sportliche Beförderung sind aufgrund den jeweils schlechteren direkten Vergleichswerten in der Relation zum tabellarischen Führungsduo eher theoretischer Natur. Ausschließlich durch die Kombination eigener sprich siebzehnter Sieg in Folge verknüpft mit einer Heimniederlage vom SVS II im parallelen Gipfeltreffen gegen Schneppenhausen wäre die Abschlussstufe Zwei noch realisierbar. Jede andere Konstellation verhilft der Zweitabteilung des Kreisoberligisten ins gewünschte Ziel.

 

Unabhängig welches Ergebnis der Showdown an den Tag bringt: Dank und Stolz sind allen verantwortlichen Protagonisten nach den überragenden Leistungen der vergangenen Monate so oder so gewiss.