Der RSV Germania 03 muss sich für ein ergebnistechnisches Erfolgserlebnis auf der Kreisliga A – Plattform fortan in Geduld üben. Auch im zweiten Saisonmatch nach dem Wiederaufstieg standen die Mannen von Trainer Ben Talib aufgrund eines 1:2 beim dadurch seine Pole-Position verteidigenden SV Traisa mit leeren Händen da.

 

Eine Woche zuvor beim Saisonauftakt gegen Schneppenhausen entsprach das Endresultat (2:5) durchaus den Kräfteverhältnissen. Heuer indessen bewegte sich der blau-weiße Klassenneuling in einem von Intensität geprägten Vergleich stets auf Augenhöhe. Die Coolness des freiwilligen Kreisoberligaabsteigers sorgte schließlich für den minimalen Unterschied. 

 

Trotz dem von Vicky Leandros an ihrem 74. Geburtstag musikalisch angebotenen Reiseziel-Vorschlag Lodz fuhren die Germanen zur Auftragserfüllung des zweiten Spieltags nicht gen viertgrößte Stadt Polens, sondern in den beschaulichen Mühltaler Ortsteil. Dort musste sich der Rasensportverein primär im ersten Abschnitt an die eigene Nase fassen, dass er dem mit einem 8:1-Schützenfest gegen Viktoria Griesheim II gestarteten Favoriten nicht vorentscheidend überrumpeln konnte. Schon nach 200 absolvierten Sekunden donnerte Mehmet Köroglu den Ball völlig blank jeglicher Bewachung über das verwaiste Gehäuse Richtung Wolkenkuckucksheim. Eine Viertelstunde später holte Max Meier bereits tief Luft für den Tor-Jingle, aber sein Abschluss kullerte wenige Zentimeter am langen Pfosten vorbei. 

 

Das ungenutzte Chancen-Plus rächte sich in Minute 36, als Samuel Jung einen Querpass zur SVT-Führung veredelte. Bruchteile vor dem Seitenwechsel roch es nach Ausgleich, doch nach einem gefühlvollen Heber Meiers kratzte ein Abwehrbein die Kugel von von der Linie. Auch in der zweiten Hälfte fighteten beide Fraktionen am letzten Tag des Löwen-Sternzeichens verbissen wie der König der Tiere. Offensiv-Raubkatze Meier belohnte schließlich das germanische Engagement, als er in typischer Goalgetter-Manier die Egalisierung-Maßnahme belohnte (53.). Doch die Freude wurde relativ rasch in Ernüchterung verwandelt, weil Julius Schuster einen Absicherungs-Patzer bestrafte. 

 

In der Folge verdiente sich Traisa dank zwei Aluminium-Krachern den Vorsprung. Allerdings steckten die Germanen unterstützt von der von Esther Sigwart, Junis Roth sowie natürlich dem weißen Brasilianer geleiteten Eschollbrücker Delegation (der nachbarliche TSV trennte sich im Kreisliga D – Vorspiel 3:3 von der dritten Traisaer Fußballabteilung) keineswegs den Kopf in den Sand. Kurz vor Feierabend zauberte Verteidiger Paul Wolf einen sensationellen Slalomlauf auf den Kunstrasen und setzte mit der finalen Power-Patrone Köroglu in Szene, doch wiederum musste der Stürmer billigen, dass er an diesem Nachmittag sein Visier nicht perfekt eingestellt hatte.

 

Weil der Rasensportverein seit fast zwei Jahren mit Unentschieden, das einen gerechteren Score dargestellt hätte, auf Kriegsfuß steht (während den vergangenen 48 Punktspielauftritten bereicherten lediglich Siege oder Niederlagen die Bilanz), bewirkten am 95. Wiegenfest von Barbara Eden ergo nicht einmal das Augenzwinkern respektive Arm-Verschränken der „bezaubernden Jeannie“, dass die Germanen ihre erste Saisonfrüchte einfahren durften. 

 

Aufstellung: Rehak, Buth (46. Merzak, 71. Heumann), Wolf, Kalai, Dommert (46. Morris), Singh, Sabbagh, Botezatu, Meier, Köroglu, Rippert 

Tore: 1:0 Jung 36. 1:1 Meier 53. 2:1 Schuster 63.

 

Nach zwei absolvierten Partien muss das Team von Ben Talib schon wieder eine vierzehntägige Wettkampf-Pause in Kauf nehmen. Die eigentlich am Donnerstagabend an der Eberstädter Nußbaumallee aufgestellte erste Kreispokal-Hürde auf dem Weg zum DFB-Cupfinale ins Berliner Olympiastadion wird kampflos übersprungen (Gastgeber VfR leidet an Personalmangel) und drei Tage später sind die Germanen im Ligabetrieb turnusgemäß spielfrei.

 

Deshalb gilt der komplette Fokus des abschließenden August-Wochenende der „Zweiten“, die für den nächsten Fight um Kreisliga C – Punkte zu Hause Spvgg Seeheim-Jugenheim II empfängt (Anstoß 13Uhr). Das „Reserveteam“ schwebt durch ein souveränes 4:0 bei Germania Eberstadt II weiterhin auf Wolke Sieben und hat sich durch den dritten Sieg am Stück bis auf weiteres in der Ranking-Spitzengruppe festgebissen.